Audi, Porsche, Seat, Škoda, Bentley, Bugatti, Lamborghini und 217 Milliarden Euro Umsatz: VW gehört ein Großteil des globalen Automarkts, doch die Wolfsburger wollen noch ein bisschen mehr.

Ridesharing-Angebote sind der Trend in den USA, Uber bietet häufig ein Fahren auf Limousinenservice-Niveau an und ist dabei preislich attraktiv für den Kunden. Mit MOIA baut VW gerade eine komplette Tochterfirma mit Sitz in Berlin auf, die das Uber der komplett elektrischen Luxus-Shuttles werden soll: Beinfreiheit, Premium-Sitze, eigene Leselampe, WLAN und USB-Stecker zum Laden des Smartphones sollen den Komfort einer Limousine für bis zu acht Passagiere ermöglichen – und damit eine Million anderer Autos aus den Städten verdrängen, wodurch die Umweltbelastung massiv sinken würde. Executive Director Ole Harms zeigt, was bereits 2018 Alltag sein soll auf Hamburgs Straßen.

„Städte sind ein faszinierender Organismus. Wenn man von oben auf sie schaut, sehen sie aus wie Blutbahnen. Und manchmal bilden sich auch Arterien, wir nennen das Staus“, erklärt Ole Harms, Executive Director der MOIA-Marke. „Sind diese Venen verstopft, kommen wir zu spät zur Arbeit oder noch schlimmer zum Date, verpassen vielleicht Vorstellungsgespräche, sind gestresst. Wie können wir das ändern?“ VW hat eine Studie in Auftrag gegeben, und die Analyse war klar: Der Großteil der Deutschen hat vier Sitze im Auto, es sind aber maximal zwei besetzt. Und wie will man das Problem lösen? Mit luxuriös ausgestatteten Shuttles, die zum günstigen Preis per App gebucht werden. Das Chauffiert-werden via Bus wird schon etwas mehr kosten, als ein klassisches Ticket der Öffentlichen zu lösen, aber laut Harms signifikant günstiger sein als Taxis.

Ein Bus so schnell und individuell buchbar wie ein Uber?

Der Grund für Ubers Siegesserie ist die Verfügbarkeit. Sie tippen Ihr Ziel ein und egal, ob in Prag, Los Angeles oder Singapur, es ist binnen 10 Minuten ein Auto verfügbar. Genau so soll MOIA in Hamburg starten: 200 Shuttles werden zum Start eingesetzt, das System soll lernen, wo potentiell viele Gäste warten und darauf basierend Routen für den Fahrer berechnen. Natürlich richten sich die Busse in erster Linie an Geschäftsleute, die im Shuttle ihre Ruhe brauchen, um zwischen Flughafen und Hotel noch eine Präsentation fertig zu schreiben.

Hier ist der voll elektrische Antrieb hilfreich: Elektroautos haben nicht dieses klassisch ruckhafte Anfahren und Abbremsen eines Benziners, sondern die MOIA-Busse sollen ein Arbeiten wie in der Business Class im Flugzeug erlauben. Wird spannend wie Hamburg 2018 reagiert, die Taxibranche dürfte nicht begeistert sein. „Wir wollen Taxifahrer nicht verdrängen, aber Städte elektrisch machen. Werden also auch Taxifahrern Angebote machen auf Elektromotoren umzusteigen, wenn sie ein Teil unseres Service werden möchten“, so Harms. Spannend ist die Idee auf jeden Fall, wir werden es ausprobieren.

Autor: Benjamin Kratsch