Während der Verkauf von Elektroautos trotz Kaufprämie nur langsam in Schwung kommt, erleben E-Bikes derzeit einen Boom: Über 2,5 Millionen Pedelecs fahren auf deutschen Straßen, das macht bei 72 Millionen Fahrrädern immerhin einen Anteil von 12,5 Prozent.

Zum Vergleich: E-Autos stellen gerade einmal 0,05 Prozent am gesamten deutschen Automarkt. 2017 wurden 535.000 E-Bikes verkauft, Tendenz stark steigend. Vor allem Für Pendler, Großstadtbewohner und Familien mit Kindern (Lasten-E-Bike) haben die Räder mit elektrischer Unterstützung das Potential das Auto oder zumindest den Zweitwagen zu ersetzen – und dabei kräftig Kosten zu sparen.

Wer aktuell über eine Anschaffung eines Pedelecs nachdenkt, steht allerdings zunächst vor zwei Herausforderungen: Die Auswahl ist immens und der Kaufpreis für ein vernünftiges Pedelec beginnt laut Experten bei rund 2.000 Euro – eine bundesweite Kaufprämie wird zwar diskutiert, hat sich aber bislang nicht durchgesetzt.

Verkehrsgeplagte Großstädte und Regionen haben den E-Bike-Trend ebenfalls für sich erkannt – sie fördern die Räder mit unterschiedlichen Projekten und setzen vor allem auf die Pendler. Kaum eine andere verkehrs- und umweltpolitische Strategie verspricht im Stadtverkehr eine so schnelle Entlastung zu vergleichbar geringen Kosten.

Die Stadt München geht mit gutem Beispiel voran und bietet ihren Bürgern beim Kauf eines E-Bikes, Pedelecs oder Leichtfahrzeugs mit elektrischer Unterstützung eine Förderung von bis zu 25 % des Nettokaufpreises, der Maximalbetrag liegt bei 3.000 Euro. Vor allem Familien dürften hier auf ihre Kosten kommen, denn gefördert werden bis zu 20 Fahrzeuge pro Antragsteller. Werden die Bikes zu Hause etwa mit Ökostrom geladen, lockt eine zusätzlicher Umweltbonus in Höhe von 200 bis 500 Euro pro Fahrrad.

Andere Städte fördern zwar nicht direkt den Kauf eines Pedelecs, haben aber immerhin das Potential des E-Bikes erkannt und locken Pendler mit interessanten Projekten. In Baden Württemberg, an den S-Bahnhöfen rund um Stuttgart, stehen 14 E-Bike-Stationen zur Verfügung, die den Verzicht auf das Auto mit günstigen Preisen erleichtern. Das Ausleihen des E-Bikes kostet über Nacht von 18:00 Uhr bis 9:00 Uhr maximal zwei Euro und der Akku lädt sich nach der Rückgabe an der Mietstation wieder automatisch auf. Die Räder wurden sehr robust gebaut und speziell für den Leihbetrieb ausgestattet. Mittlerweile wird der Service laut Anbieter NextBike auch von Touristen verstärkt genutzt.

In Hannover stehen in einem ähnlichen Projekt namens „Pedsblitz“ mehr als 50 Leih-Pedelecs zur Verfügung. Darunter finden sich auch Lastenräder und Bäckerräder. Das Besondere daran: Hier lassen sich die Bikes bis zu drei Wochen lang testen. So können Kaufinteressierte in Ruhe entscheiden, ob sich die Investition in ein eigenes Pedelec lohnt.

Die Stadt Göttingen wendet sich an die Berufspendler und lockt mit einem 4 Kilometer langen eRadschnellweg, der vom Hauptbahnhof zu den wichtigsten Arbeitsplätzen der Stadt führt.   Intelligente Ampeln regeln den Verkehr zwischen Radlern und Autofahrern so, dass die „grüne Welle“ den Radschnellweg bevorzugt. Gleichzeitig stehen in Göttingen Ladesäulen zur Verfügung, damit die Pendler ihr E-Bike problemlos aufladen können.