Während sich die Teams auf das dritte Saison-Rennen der Formula E am kommenden Samstag (Austragungsort ist das argentinischen Buenos Aires, 19:45 Uhr MEZ) vorbereiten, kocht hierzulande der Streit um den deutschen Austragungsort der Rennserie hoch. Der Hamburger Senat hat am Mittwoch gegen ein Elektrorennen an der Elbe gestimmt. Moment mal: Hamburg? Senat? Gastiert die Rennserie nicht in eigentlich Berlin?

Ein Rückblick: In den beiden vergangenen Jahren hatte die Formula E jeweils in Berlin Station gemacht. In der Debütsaison der Formel E im Jahr 2015 wurde der Lauf auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof ausgetragen. Im vergangene Jahr kämpften die Fahrer dann auf einem Rundkurs in der Innenstadt rund um den Strausberger Platz gegeneinander. Der Grund für die Verlegung des Austragungsortes war die politische Situation: Auf dem ehemaligen Airport waren Hunderte Flüchtlinge untergebracht.

Also Innenstadt statt Airport, tolle Gebäude statt aufgelassener Hangars. Was für Fahrer und Publikum ein tolles Event vor sensationeller Kulisse bedeutet hatte, war dem Stadtparlament aber – zumindest im Nachhinein – ein Dorn im Auge. Der Berliner Senat wollte die Verkehrsbeeinträchtigungen rund um den Strausberger Platz nicht noch einmal hinnehmen und verweigerte der Veranstaltung in diesem Jahr ihr Placet. Das Event in Berlin stand auf der Kippe.

In dieser Situation fühlten sich Teile der Hamburger Bürgerschaft auf den Plan gerufen. Die CDU spekulierte offenbar auf eine komplette Absage des Berlin ePrix brachte und Hamburg als alternativen Austragungsort ins Spiel. Ein Antrag wurde formuliert und eingereicht. Die Hamburger Stadtregierung (SPD und Grüne) habe bei der Versammlung der Bürgerschaft nun gegen den Antrag der CDU-Faktion gestimmt und ein Rennen in Hamburg abgelehnt, berichtet das Portal Formula E. Demnach wird es zumindest in der nahen Zukunft kein Elektrorennen an der Elbe geben. Die CDU Bürgerschaftsfraktion schäumt und hat die Rot-Grüne Mehrheit in scharfen Worten kritisiert.

Dabei hätte es für Hamburg zunächst sowieso keinen offenen Slot im Rennkelander gegeben. Die Flüchtlinge sind längst nicht mehr am Flughafen Tempelhof untergebracht, so dass dem Rennen dort nichts im Wege steht. Fakt ist nun: Es gibt am 10. Juni ein Formula E Rennen in Berlin. Allerdings nicht in der Innenstadt, sondern wieder am Flughafen Tempelhof – dort allerdings auf einem neuen Strecken-Layout, das noch vorgestellt werden wird.