Laut einer Studie des Ifo-Instituts verursacht ein Elektroauto deutlich mehr CO2 als ein Diesel. Doch mit diesem Befund steht die Untersuchung ziemlich allein da.

Konkret wurde in der ifo-Studie untersucht,  wie sich Mercedes C 220d und der neue Tesla Model 3 in Sachen CO2-Ausstoß schlagen. Das erstaunliche Ergebnis: Der CO2-Ausstoß des Elektromotors liege „im günstigen Fall um etwa ein Zehntel und im ungünstigen Fall um ein gutes Viertel über dem Ausstoß des Dieselmotors“.

Einen Monat zuvor war das Frauenhofer-Institut zum entgegengesetzten Ergebnis gekommen: Die Studie namens „Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland“ bescheinigte dem Elektroauto konkret „bis zu 28 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als ein Oberklasse-Diesel, bis zu 42 Prozent weniger als ein Kleinwagen-Benziner“.

Scharfe Kritik

An den Studienergebnissen des ifo-Instituts regt sich scharfe Kritik. So des Schweizer Ökonomen und Beraters Roger Rusch von CEO-Plus: Sinn und das Ifo-Institut hätten ihren Berechnungen die Verbrauchswerte nach dem NEFZ-Modell zugrunde gelegt. Diese Werte hätten mit der Realität nicht viel zu tun. Auch twitter schrieb Rusch: „Sie wissen, dass die Herstellerangaben heute bis zu 40% beschönigt sind und der NEFZ absoluter Nonsense ist. Eine Studie auf NEFZ-Werten aufzubauen disqualifiziert die Studie zum Voraus.“

Bestes gegen schlechtestes Szenario

Auch die in der Ifo-Studie angenommenen Werte der Batterie-Lebensdauer halten einer genaueren Betrachtung der Experten nicht stand. Die angebliche Lebensdauer eines Tesla-Akkus sei um den Faktor 10 zu niedrig angesetzt. Außerdem werde in der Studie nicht erwähnt, dass die Batterien danach noch als Stromspeicher eingesetzt werden könne, wie auch der Wirtschaftswoche-Redakteur Stefan Hajek, der die Studie analysiert hat, schreibt: „Im Kern hat Sinn beim Diesel stets Best-Case-Szenarien, beim E-Auto aber Worst-Case-Szenarien angesetzt“

Nicht erwähnt wurde  außerdem in der Ifo-Studie der deutlich geringere Material- und Wartungsaufwand eines Elektroautos. Die Themen Stickoxide und Feinstaub seien komplett außer Acht gelassen worden. Das abschließende Urteil zu der Studie des Automotive-Experten Don Dahlmann lautet entsprechend: „Zum einen stimmen die Daten nicht, zum anderen will die Studie so den Eindruck vermitteln, ein Diesel sei in Sachen Umweltbelastung besser als ein E-Auto.“