Das US-Start-up Nikola Motors hat mit der Vorstellung eines Brennstoffzellen-LKWs einmal mehr für große Aufmerksamkeit gesorgt. Nikola-CEO Trevor Milton formuliert das Ziel: „Wir wollen alles in der Transportbranche umwandeln.“

Der Nikola Two, ein Brennstoffzellen-LKW für den nordamerikanischen Markt, soll ab dem kommenden Jahr ausgeliefert werden. In dem Wasserstoff-LKW ist ein 735 kW starker Elektroantrieb verbaut, der seine Power aus einer 320 kWh großen Batterie zieht. Dank den großen Wasserstofftanks liegt die Reichweite bei bis zu 1900 Kilometern. Laut Nikola Motor liegen bereits über 13.000 Vorbestellungen vor.

Expansion nach Europa geplant

Nikola will auch nach Europa expandieren: Hier will man ab 2022 den deutlich braver designten Nikola Tre produzieren. Konkrete technische Daten zu diesem Modell blieb Milton allerdings bis auf die Reichweite schuldig: bis zu 1200 Kilometer weit soll der H2-LKW mit einer Wasserstoff-Befüllung kommen. Ab 2020 soll der Nikola Tre bereits in Norwegen getestet werden.

Zusammenarbeit mit Bosch

Nikola vertraut auf zahlreiche Innovationen des deutschen Bosch-Konzerns. Das Herz des Trucks ist der Brennstoffzellenantrieb, den Bosch und Nikola ebenso wie das Fahrzeug-Chassis gemeinsam entwickelt haben. „Der Nikola Two ist nicht nur eine einfache Weiterentwicklung des Schwerlasters von heute. Er ist revolutionär“, sagte Jason Roycht, Vice President und Regional Business Unit Leader der Bosch-Einheit Commercial Vehicles & Off-Road in Nordamerika.

Supercomputer auf Rädern

Der Nikola Truck ist ein rollender Supercomputer. Hier einige der Innovationen: Ein Mirror Cam System ersetzt im Nikola-LKW die großen Außenspiegel durch Videosensoren an der Fahrzeugkabine. Mit dem System Perfectly keyless von Bosch lassen sich die Fahrzeugschlüssel der Nikola Trucks digital verwalten. Das elektro-hydraulische Lenksystem Servotwin von Bosch ermöglicht die Einbindung der Lenkung in Fahrerassistenzsysteme. In den Nikola-Fahrzeugen wird Servotwin Funktionen wie Spurhalteassistent, Seitenwindkompensation und Stauassistent ermöglichen, die den Fahrer aktiv unterstützen und für mehr Fahrkomfort und Sicherheit sorgen. Das Lenksystem soll außerdem ein wichtiger Baustein für die Einführung weiterer automatisierter Funktionen in der Zukunft.