Im Rahmen des Pilotprojekts „meli-sharing“ werden im niedersächsischen Lingen und Meppen Elektroroller zur Miete angeboten.

Was in vielen Städten bereits erfolgreich funktioniert, testen die Emsländer nun im ländlichen Raum. Im Rahmen eines Pilotprojekts bietet share2move seit Anfang Mai in Lingen und Meppen 40 Scooter der Firma Emco zur Miete an.

Bereits über 150 Nutzer sollen sich in den ersten Tagen für das neue Sharing-System registriert haben. Das Gebiet der eingesetzten Roller umfasst momentan noch eine vordefinierte Zone. Aufgrund der positiven Resonanz wird eine Ausweitung auf andere Städte des Landkreises und der Grafschaft Bentheim bereits diskutiert.

Die Roller stammen von der Firma Emco, die bereits zahlreiche Sharing-Programme u. a. in Barcelona, Stuttgart, Berlin ausgestattet hat. „Mit dem Projekt „meli“ sind wir nun in der Lage, unsere Roller und die damit verbundene Entwicklung vor Ort zu testen und zu begleiten. Wir werden dieses Projekt nutzen, um Entwicklungen und Ansprüchen aller Sharing-Betreiber gerecht zu werden (…) Der grundlegende Gedanke für diese Initiative war, dass sowohl Städte als auch ländliche Kommunen Interesse an Sharing-Systemen mit E-Rollern haben. Mit „meli“ haben wir einen speziell für den ländlichen Raum entwickelten Elektroroller geschaffen“, erläutert Christian Gnaß von Emco.
Die gängigen Betriebssysteme waren für die Ansprüche des großstädtischen Raums ausgelegt. Deshalb musste an den Stellschrauben gedreht und einiges verändert werden: „Die Cloudbox, die die fortlaufende Kommunikation des Rollers mit dem Internet ermöglicht, musste entsprechend programmiert werden. Sicherheit und Stabilität der Kommunikation waren dabei sicherzustellen, denn der Roller teilt der Cloud beispielsweise mit, wo er sich gerade befindet. Auch die Handy-App, über die ein Kunde einen Roller reservieren und einschalten kann, musste optimiert werden, da die Netzabdeckung und Internetgeschwindigkeiten nicht denen von städtisch geprägten Regionen entsprechen. Ein zusätzliches technisches System wurde erarbeitet, um abgestellte Roller auch dann noch finden zu können, wenn ihr Standort wegen unzureichender Netzabdeckung nicht zu orten ist. Zudem waren u. a. ein Flottenmanagement, die Kundenverwaltung und das Bezahlsystem zu entwickeln“, erklärt Mirko Lühn von share2move.

Der Mietpreis pro Minute liegt bei 23 Cent. Die Tagesmiete beträgt 34,99 Euro. Hinzu kommt eine einmalige Registrierungsgebühr in Höhe von 19,00 Euro.

Die Gesamtkosten für Entwicklung, Programmierung, Prototypenbau und Erprobung lagen bei 475.000 Euro. Der Landkreis Emsland beteiligte sich mit 100.000 Euro an dem Projekt.