Es ist die Weltpremiere der  New York Auto Show 2018: Der Hyundai Genesis Essentia. Die Linien, die Formen, die Sexyness von James Bonds Dienstwagen, dem Aston Martin DB10. Wie eine Welle zieht sich das Design von der Front bis zum Heck, mit sehr flachem Greenhouse und Schmetterlingstüren, die per Biometrie öffnen. Ist das hier der Startschuss für Hyundais neue Supersport-Marke Genesis? Hyundai Genesis Essentia – die Weltpremiere aus New York.

Der Genesis Essentia ist ein Auto mit Wow-Faktor: Kohlefasermonocoque im Stil eines Aston Martin, mächtige Luftkanäle auf der vorderen Haube, die nur von einem Sicherheitsglas abgedeckt wird. Der Essentia könnte der erste E-Supersportler werden, in dessen Motorraum man direkt schauen und die Elektrik begutachten kann. Nur die Flanken werden von Karbon überdeckt, wohl auch aus Sicherheitsgründen. Das Heck ist besonders hoch angesetzt, die Kabine rollt förmlich in dieses hinein. Hyundai hat Genesis als Luxusmarke bislang nur in den USA gestartet, 20.000 Autos wurden bereits verkauft. Jetzt scheint man weltweit mobil machen zu wollen.

Ein wunderschönes Auto mit James-Bond-DNA

Noch läuft der Vertrag der James-Bond-Macher mit Aston Martin, aber wer weiß, ob sich nicht der Genesis Essentia bald hinzugesellt. Es ist der rein designtechnisch auffälligere kleine Bruder, der spannende Akzente setzt. Der Grill etwa ist designt wie bei einem Le-Mans-Rennwagen, die Felgen hingegen für die Generation Instagram golden lackiert. Vor und hinter den Radläufen öffnen sich mehrere große Luftkanäle, die die gesamte Seite durchziehen. Interessant auch die Scheinwerfer, kleine, sehr schmale Augen, die mehr an ein Tier erinnern denn ein Auto. Aston Martin hat eher sehr große Dreiecksscheinwerfer, die sich tief über die Motorhaube ziehen.

Von 0 auf 100 in drei Sekunden

Genesis und der Mutterkonzern Hyundai wollten in New York noch nicht mit den ganz großen Details rausrücken, insbesondere die Leistung bleibt ein Geheimnis. Von 0 auf 100 in drei Sekunden lautet die Behauptung, die natürlich erst noch auf der Strecke bewiesen werden muss. Also richtig schnell, richtig sportlich, aber keine E-Rakete wie der Tesla Roadster, der die 0 auf 100 in 1,9 Sekunden schafft. Das wurde sogar bereits gemessen. Die Batterien des Antriebs sind in einem Mitteltunnel unter dem Fahrzeug platziert, man möchte so einen möglichst geringen Schwerpunkt erreichen. Das ist durchaus spannend, denn wenn wir nochmal auf Aston Martin zurückkommen: Die haben zwar den Valkyrie im Angebot, der kostet allerdings 3,2 Millionen US-Dollar und siedelt sich damit im obersten Highend-Segment der Luxus-Hypercars an. Zudem ist es eher ein Rennwagen ohne viel Komfort, kein Auto für die Stadt oder den Ausflug am Wochenende. Der Genesis Essentia könnte hier durchaus den ein oder anderen Aston-Martin-Fan abholen, denn ein E-Straßenauto haben die Briten bislang nicht im Portfolio.

Das Interieur: inspiriert von einer Yacht

Auch das Interieur gefällt uns richtig gut: Rotes Leder trifft auf eine blaue Konsole, ein blaues Lenkrad im Retrolook mit Chrom-Applikationen und einen sehr breiten OLED-Screen, der sich von der Fahrer- zur Beifahrerseite durchzieht. Auch der gesamte Innenraum ist mit blauem Kunstleder bezogen, genauso wie die Mittelkonsole, die zudem ein paar Anthrazite Elemente aufweist und mit einer recht herkömmlichen Sport-Automatik arbeitet. Das Interieur traut sich etwas und das gefällt. Es ist nicht der übliche, langweilige Sportwagen-Look, sondern sehr viel frecher und stylischer als der der Konkurrenz. Zudem ganz interessant: Die Türen arbeiten mit biometrischen Sensoren, Sie müssen also nur die Hand auflegen, schon wird Ihre Fingerkuppen-Signatur gescannt und das Fahrzeug öffnet sich. Ob das bei den Schmetterlingstüren auch auf Knopfdruck mit einem Schlüssel geht, wissen wir noch nicht. Aktuell läuft der Essentia noch als Konzeptversion, Hyundai plant aber mit der Luxusmarke Genesis sechs unterschiedliche Elektromodelle in den Markt zu bringen.

Autor: Benjamin Kratsch