Designer lieben Studien, es ist die Aussicht auf die Zukunft. Wild, verrückt, oft entrückt von der eigentlichen Kern-DNA einer Marke. Insofern ist der Jaguar iPace eine gelungene Überraschung, denn der sehr futuristisch anmutende Jaguar erscheint bereits im Sommer und soll den Großangriff auf Tesla einleiten. Allrad, Torque-Vectoring, 400 PS, angetrieben von zwei Synchronmotoren. Ein Elektro-SUV mit Sportfaktor, aber auch für die Familie. Zeit für Think E, den Jaguar iPace dem ersten Check zu unterziehen.

Der Jaguar iPace ist ein gewöhnlich, ungewöhnliches Auto. Es trifft genau die Schnittmenge zwischen Marken-DNA und einem frischen, neuen Auftreten. Gerade von der Seite sieht er so gar nicht aus wie ein Jaguar, sondern erinnert eher an einen Crossover aus BMW X7 und dem brandneuen Porsche Mission E-Cross, den wir gerade erst enthüllt haben.

Eine eher feminine, durchgehende Mittellinie trifft hier auf recht kantige Außen, wie wir sie aus BMW-Gefilden kennen. Vertraut sind hingegen die für Jaguar typischen Hinterflanken und die Front mit dem großen Kühlergrill-Wappen. Die Performance: Der iPace zieht ordentlich durch, von 0 auf 100 in 4,8 Sekunden. Möglich machen das zwei permanenterregte Synchronmotoren mit 294 kw Leistung, also 400 PS. Dadurch sind direkt 696 Nm Drehmoment verfügbar, das spüren Sie.

Aus Tradition verpflichtet: Der Grill bleibt

Spannend: Während die meisten Hersteller bei ihren E-Modellen auf klassische Kühlergrills verzichten und eher mit LED-Varianten arbeiten, bleibt Jaguar hier der Tradition verpflichtet. Der markante Kühlergrill ist allerdings stark nach innen gebogen, um den Luftwiderstand zu senken und die Strömung gleichmäßig über Motorhaube und Dachlinie zu leiten. Interessant und ein Feature, das wir immer häufiger sehen: Statt klassischen Türgriffen, die gewölbt nach außen gehen, arbeitet Jaguar mit versenkbaren Griffen, die nahtlos in die Fahrzeugseite integriert sind, damit der Luftstrom das Exterieur ohne größere Widerstände umfließen kann. Der Jaguar iPace gibt sich sportlich und hat eine schöne Fahrdynamik, als Viersitzer ist er aber natürlich auch als Familienauto ausgelegt. Und gut geeignet für den nächsten Ski-Urlaub, Allradantrieb sei Dank.

Fürs Gelände gebaut: Allrad trifft auf Torque-Vectoring

Sehr interessant aus technologischer Sicht: Elektromotoren können sich sehr viel schneller auf die Fahrbahnsituation anpassen. Das Auto merkt also, wenn es steinig wird, und der Grip nachlässt respektive eine Steigung anliegt und reagiert entsprechend. Dem dienlich ist auch AdSR –   Adaptive-Surface-Response. Ein System, welches die Motor- und Bremseinstellungen dem Untergrund anpasst, damit jederzeit die optimale Traktion anliegt. Erweitert werden die Sicherheitsfeatures um Torque-Vectoring: TVBB bremst das kurveninnere Vor-und Hinterrad kontrolliert und vor allem unabhängig voneinander ab, dadurch gerät das Fahrzeug auch bei sehr schlechten Bedingungen nicht ins Schlingern. Zudem spannend zu wissen für Jaguar-Fans, die gerade einen längeren Urlaub planen: Eine Ladung reicht 480 Kilometer, Elektromotoren arbeiten aber zusätzlich mit effizienten Regenerationsverfahren: Sobald Sie den Fuß vom Gas nehmen, wird das Auto sanft verlangsamt, während die dadurch gewonnene Energie zum Laden der Batterie verwendet wird. Optimal, um in der Fahrt ins Tal, Strom für den Berg zu sammeln.

Autor: Benjamin Kratsch