Elektrische Supercars sind der Trend des Jahres und natürlich will Lamborghini nicht den neuen Wilden wie Mate Rimac und seinem Rimac Concept Two das Feld überlassen, sondern plant den Großangriff mit dem Lamborghini Terzo Millenio.

Wunderschön, herrlich aggressiv, mit Nanomaterial-Technik, die Nano-Ladungen speichern und gleichzeitig den Body des Supercars bilden. Angeblich sollen sogar Chemikalien Risse in der Karbonstruktur schließen, daran arbeitet man gerade mit dem renommierten MIT. Think-E mit der Weltpremiere des Lamborghini Terzo Millenio.

Okay wow, der Lamborghini Terzo Millenio sieht mehr aus wie ein Raumschiff aus Star Wars, denn ein Auto. Schon immer setzen die Italiener auf Cockpits, die F16-Kampfjets nachempfunden sind, doch das hier sprengt alle Vorstellungen. Die Motorhaube wird brutal verkürzt und geht direkt in das Renncockpit über, welches zu 100 Prozent im Fluss ist und damit perfekte Aerodynamik garantieren soll.

Warum ist das möglich? Elektromotoren sind sehr klein, entsprechend kann die Front stark verkürzt werden. Abgefahren, aber leider aktuell mehr Konzept, denn gelebte Realität: Lamborghini experimentiert gerade mit einem neuartigen Nanomaterial, wodurch die Energie direkt im Karbonbody gespeichert werden kann. Das Ziel ist nicht nur eine effizientere Nutzung, die Nanopartikel sollen auch das Auto alarmieren, sobald in der Karbonfaserstruktur auftreten. Und nein, sie müssen dann nicht in die Werkstatt. Risse in der Struktur werden vollautomatisch mit Chemikalien gefüllt, die über Mikrokanäle an die richtige Stelle geleitet werden.

Wie das funktioniert? Der Kunststoff wird von nebeneinander liegenden Kapillaren durchgezogen, in denen sich jeweils die Substanz befindet. Werden die Kapillaren verletzt, laufen die Flüssigkeiten aus und kommen miteinander in Kontakt. Sie bilden zunächst ein Gel. Das wiederum härtet in ein Polymer aus und stellt die Stabilität des Materials wieder her. Müssen Sie auch gerade an K.I.T.T und Knight Rider denken? Irre.

Lamborghini entwickelt den Superkondensator

© Benjamin Kratsch

Lamborghini selbst spricht schon vom Supercar des dritten Jahrtausends und in der Tat hat man mit dem renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) komplett neue Supercaps entwickelt, also Superkondensatoren, die die aktuelle Akkutechnologie ablösen sollen. Diese sind weniger auf Reichweite ausgelegt und mehr auf maximale Spitzenleistung, wobei Lamborghini allerdings leider noch keine genauen technischen Angaben macht. Der Terzo Millenio wird sich noch etliche Jahre in Entwicklung befinden, denn die Italiener wollen eine ganz neue Generation von E-Supercars auf die Straße bringen. Die Idee: Vier E-Motoren werden in die vier Reifen integriert und komplett vernetzt. So will man ein extrem hohes Drehmoment erreichen. Aktuell ist das noch schwer vorstellbar, weil es sehr viel Masse auf die Außen übertragen würde, was man beim Supercarbau eigentlich immer vermeidet. Nicht umsonst verlaufen die Fahrzeuge immer von außen nach innen und gehen erst dann wieder raus, wenn es für den Motor nötig wird.

Die größte Herausforderung: Wo kommt der Sound her?

Eine der größten Herausforderungen ist der markante V12-Sound. Wo soll der herkommen? Lamborghinis sind für ihr Röhren berühmt, wenn der Aventador aufheult, geht das durch Mark und Bein. Dessen sind sich auch die italienischen Konstrukteure bewusst. Unter anderem setzt man daher Finnen an den Seiten auf, die einen speziellen Luftkanal bilden sollen. Die Windströmung soll zum Sound beitragen, eventuell aber auch die Motoren. E-Motoren schnurren mehr, als das sie fauchen. Wenn man diese allerdings bei 300 km/h in einem Rad unterbringt, dürften sie einen ganz eigenen Sound kreieren. Bis wir denn zu hören kriegen, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Der Terzo Millenio ist eher ein Auto für 2030 denn 2019.

Autor: Benjamin Kratsch