Das Wettrüsten hat längst begonnen. Wer baut mit wem das größte Netz und sichert sich eine ertragsreiche Zukunft? Renault forciert den Bau von Schnellladestationen und tritt E-VIA FLEX-E bei.

Die Franzosen unterstützen bereits den Aufbau der paneuropäischen Netzwerke Ultra-E, High Speed Electric Mobility und EVA+. Jetzt ist Renault E-VIA FLEX-E beigetreten. Ab Ende 2018 möchte das Konsortium Schnellladestationen in drei südeuropäischen Ländern aufbauen.

Das High-Power-Charger -Projekt wird im Rahmen des Fonds Connecting Europe Facility (CEF) mit rund 3,5 Mio Euro von der EU gefördert. Die Fördergelder decken damit etwa die Hälfte der Gesamtkosten.
Insgesamt sollen 14 Ladestationen mit Ladeleistungen von 150 bis 350 kW gebaut werden:  acht in Italien, vier in Spanien und zwei in Frankreich. Neben dem französischen Autohersteller Renault beteiligen sich an diesem Projekt auch Nissan, Enel, EDF, Enedis und IBIL.

Jenseits des Ärmelkanals…

Im vereinigten Königreich kann man nicht mehr auf Fördergelder aus Brüssel zählen. Dort plant der Stromnetzbetreiber National Grid ein gigantisches Schnellladenetz mit bis zu 350 kW. Ziel ist es 90 Prozent allen Autofahrern eine Schnellladestation in einem 80-Kilometern-Radius zur Verfügung zu stellen. Laut „Financial Times“ wurden bereits 50 strategische Standorte an Großbritanniens Autobahnen ausgewählt. Pro Station sind 50 einzelne Lader geplant! Um lokale Stromnetze nicht in die Knie zu zwingen, werden die neuen Stationen direkt an National Grids Hochspannungsnetz angeschlossen.

„Wir wollen demonstrieren, dass Infrastruktur keine Hürde sein muss“, sagt eine Unternehmenssprecherin. „Hier geht es nicht darum, dass National Grid Fahrzeuge lädt, sondern darum, dass National Grid dieses Laden möglich macht. Reichweiten-Angst wird regelmäßig als Hauptgrund genannt, der Kunden davon abhält ein E-Auto zu kaufen – und wir haben eine Lösung, die sich damit auseinandersetzt.“