Der Rimac Concept One ist aktuell der schnellste E-Supersportler der Welt, zumindest solange bis Elon Musks Tesla Roadster erscheint. 900 kw Leistung führen zu 1.224 PS, wir bewegen uns hier auf dem Performance-Niveau eines Bugatti Veyron. Der Rimac ist mehr eine Waffe auf vier Rädern, mit einem brutalen Drehmoment von 1.600 Nm. Selbst für The-Grand-Tour-Star Richard Hammond ist der Concept One zu schwer zu beherrschen. Der britische TV-Star überschlug sich mehrmals bei einem Rennen in der Schweiz, live während den Aufnahmen von Amazons The Grand Tour. Zeit, das Batmobil der Realität vorzustellen.

Der Rimac Concept One feierte seine TV-Premiere in der wohl derzeit größten Auto-Show der Welt: The Grand Tour von Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May. Es war ein glamouröser Auftritt für dieses 1.224 PS-Geschoss, das im ersten Rennen gleich mal einen Lamborghini Aventador zum Frühstück verputzte. Es ist nicht nur die pure Leistung unter der Haube, der den Concept One zum ultimativen E-Supersportler macht, sondern sein Drehmoment: „Völlig abgefahren, wie schnell das Baby auf 200 war“, kommentiert TV-Moderator Hammond während eines Presseevents von Amazon. Und auch Jeremy Clarkson, berühmt durch das BBC-Format Top Gear kann kaum glauben, wie das Auto einer relativ unbekannten kroatischen Schmiede seinen Aventador einfach so stehen lässt. Wir sprechen hier nicht von einem Kopf-an-Kopf-Rennen, einem Ritt auf Messers Schneide – zwischen dem Lamborghini und Rimac sind auf der halben Meile etliche Meter Distanz, als sie die Ziellinie überfahren.

Elektromotoren als Zukunft für Supersportler

In diesem Video aus The Grand Tour verputzt Hammond mit seinem Rimac einen Aventador

 

Es ist nicht lange her, da hätte ein Lamborghini-Fahrer nur müde gelacht über einen Kontrahenten mit E-Antrieb. Diese Zeiten sind vorbei: „Das ist schon eine Grenzerfahrung, selten hat mich ein Auto so hart in den Sitz gedrückt“, erklärt Hammond. „Die Magie des elektrischen Antriebs liegt in der sofortigen Verfügbarkeit seiner Performance. Der Aventador hat auf dem Papier theoretisch sogar mehr Kraft, aber er braucht viel länger, um sie auf die Strecke zu bringen.“ Dem stimmt auch Auto-Papst Jeremy Clarkson zu: „Ich bin wirklich viel gefahren, aber ich habe noch nie ein Fahrzeug erlebt, das so schnell ist.“ Der Grund liegt im enorm hohen Wirkungsgrad von E-Motoren. Die Motoren des Rimac oder auch des Tesla Roadster sind so konzipiert, dass sie die meiste Zeit rund 93 Prozent des maximalen Drehmoments leisten können. Rein technisch bedingt kann ein Lamborghini, Bugatti oder Ferrari da nicht mithalten, völlig egal, wie viel PS man ihm gibt. Verbrennungsmotoren müssen erst auf Tour kommen, ihr Drehmoment entwickeln und können dieses nicht unbegrenzt lange halten. An diese direkt verfügbare Power muss man sich allerdings erst gewöhnen, wie Richard Hammond schmerzvoll erfahren musste: „Ich wusste von der Kurve, wir waren die Strecke schon ein paar mal gefahren. Aber drei Häuser haben verdeckt, wie scharf sie ist. Ich wollte reinsliden, habe die Kraft des One unterschätzt und mich sicherlich zehn Mal überschlagen.“ Hammond wurde zwar ins Krankenhaus eingeliefert, ihm ging es allerdings schnell besser.

Wie ein kroatisches Startup das schnellste Auto der Welt entwickelte

Auch die Geschichte von Rimac Automobili ist faszinierend: „Wir hatten zwei Gründe, warum wir den Rimac bauen wollten: Zum einen wollten wir E-Supercars sexy machen und nebenbei beweisen, dass auch aus Osteuropa richtig gute Autos kommen können. Es ist doch absurd, dass Nikola Tesla aus meiner Heimat kommt, wir aber auf dem Markt wenig bewegen“, erklärt uns CEO und Gründer Mate Rimac. „Mit 17 habe ich zahlreiche Technologie-Wettbewerbe gewonnen, hatte ein bisschen Preisgeld sinnvoll investiert und konnte mir einen alten BMW leisten. Den habe ich in einen E-BMW umgebaut und damit an diversen Rennen teilgenommen. Man lachte, fragte mich ob ich wirklich mit einer Waschmaschine auf vier Rädern antreten will. Beim ersten Mal ging viel schief, der Motor streikte, die Windschutzscheibe fiel ab.“ Doch Rimac gab nicht auf, entwickelte seinen BMW weiter und war letztlich der erste E-Rennfahrer aller Zeiten, der gegen klassische Verbrenner in regulären Rennen gewann. Und er dachte sich: Wird wohl Zeit ein von Grund auf elektrisches Supercar zu designen. Made in Croatia.