Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben im Auftrag der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Stadtwerke München (SWM) ein E-Trike entwickelt. Das elektrisch angetriebene Dreirad soll noch dieses Jahr in das Mietradsystems MVG Rad integriert werden.

Der Weg von der U-Bahn-, Bus- oder Straßenbahnhaltestelle ans Ziel kann beschwerlich sein – vor allem, wenn man Gepäck dabei hat oder nicht gut zu Fuß ist. Im Auftrag von SWM/MVG erarbeitete ein Team der UM München eine nachhaltige Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr: das System E-Trike. Das elektrisch betriebene Dreirad ist so konzipiert, dass es auch Menschen mit leichten Gehbehinderungen oder Gleichgewichtsproblemen komfortabel damit fahren können. Das E-Trike fährt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h und hat genügend Stauraum für mehrere große Einkaufstaschen oder zwei Getränkekisten.
Das Team der TUM nutzte einen innovativen und interdisziplinären Forschungsansatz: Die komplette Produktentwicklung – von Analyse über die Konzepterstellung bis zum physikalischen Prototypen – orientierte sich am Nutzererlebnis.

Das Dreirad für Jedermann

Das neu entwickelte Fahrzeug ist dank eines tiefen Einstiegs auch für ältere Menschen leicht zu fahren. Die Gepäckbox hat zwei Flügeltüren, die sich zum rückenschonenden Be- und Entladen öffnen lassen. Der Elektromotor ist stark genug, um eine Person plus etwa 30 Kilo Zuladung zügig ans Ziel zu bringen. Das ist genug um beispielsweise einen Wocheneinkauf von A nach B  oder zwei Kästen Bier plus Grill an die Isar zu befördern. Wie von MVG Rad gewohnt, lässt sich das Dreirad über eine App orten und buchen. Zusätzlich haben Nutzer die Möglichkeit, das Gefährt mit Hilfe einer Chipkarte auszuleihen.

EU gefördert

Die Entwicklung und Konstruktion des Prototyps ist Bestandteil des EU-Projektes CIVITAS ECCENTRIC und hat ein Jahr gedauert. In den nächsten Schritten geht es nun darum, das E-Trike in das bestehende IT-System hinter MVG Rad einzubinden. 2018 sollen bis zu 20 E-Trikes auf Basis des Prototyps entstehen, die dann erstmals in dem Projektgebiet von CIVITAS ECCENTRIC (Domagkpark/Parkstadt Schwabing) und Smarter Together (Neuaubing-Westkreuz/Freiham) zum Einsatz kommen.