Die KI als Rallye-Assistent in einem City-Offroad-SUV – Bullig, mit extrem breiten Schultern und der DNA eines Trucks, verbaut im Evo 2018: Wenn der Mitsubishi e-Evolution wirklich so erscheint, dann wird er eine Designrevolution. Mitsubishi ist traditionell eine Firma, die bekannt dafür ist, eher unauffällige Autos zu bauen. Aber der e- Evolution sieht aus wie eine Kampfansage an BMWs X7 iPerformance, einer der größten Kolosse, die je aus einem deutschen Werk rollte. Der Mitsubishi e-Evolution in der ThinkE-Preview.

Am Mitsubishi e-Evolution ist nichts gewöhnlich oder erwartbar: Elektromotoren sind sehr klein, brauchen wenig Platz, erlauben gestraffte, dezente Motorhauben. Ganz anders bei Mitsubishi: Der Evolution ist ein Koloss, der Eindruck schinden will. Hochgestülpte Nase, sehr breiter Glasgrill, aggressive Augen. Das bullige, maskuline Design soll für Abenteuer stehen, denn der e-Evolution ist mitnichten nur ein Stadtauto, sondern ein Jäger für die Wildnis. Allrad-Antrieb, starke Federung, gebaut, um über Stock, Stein und Geröll zu brausen. Eine spannende Interpretation der neuen Digitalität von Autos: Denn die K.I.-Prozessoren und Sprachassistenten an Bord fungieren wie der Beifahrer in einem Rallyeauto.

Wenn der K.I.-Assistent zum Rallye-Beifahrer wird

 Mitsubishi hat viel Erfahrung im Motorsport. Wenn Sie bei 200 Sachen über eine Schotterpiste heizen, müssen Sie sich zu 100 Prozent auf den Beifahrer und dessen Fähigkeit, die Karte präzise zu lesen, verlassen. Diesen Job übernimmt jetzt die K.I.: „Scharfe Rechtskurve, 75 Grad, auf 130 runterbremsen“ empfiehlt auf Wunsch der Assistent. Beim e-Evolution steht nicht etwa automatisiertes Fahren im Vordergrund, sondern maximaler Fahrspaß mit möglichst hohem Sicherheitskomfort. Kurven und deren Verlauf werden etwa auf einem großen OLED-Display oberhalb des Lenkrads angezeigt. Ob dieses übrigens wirklich in der Verkaufsfassung mal so aussieht, darf bezweifelt werden: Aktuell handelt es sich um ein Racing-Lenkrad, welches nach oben hin offen ist, was zumindest in Deutschland und den USA nicht im öffentlichen Straßenverkehr erlaubt wäre. Beeindruckend: In der Demo wird sogar die Bestzeit der jeweiligen Strecke gemessen. Wer ein bisschen den Rennfahrer in sich rauskitzeln will, der dürfte im Gelände viel Spaß haben. Mitsubishi will das Fahrgefühl des Sport-Sedan Evo offensichtlich auf ein SUV übertragen, nennt aber noch keine konkreten technischen Daten.

Drive your Ambition mit neuem Allrad-System

 Das SUV Coupé wird von drei Elektromotoren angetrieben, die zu einem intelligenten Allradantriebsstrang verwachsen. Eine E-Maschine sitzt an der Vorderachse, die anderen treiben die Hinterräder an, die bei einem Gelände-SUV besonders wichtig sind. Spannend, auch wenn das Mitsubishi noch nicht detailliert in der Realität, sondern nur im Video zeigen konnte: Sensoren sitzen nicht nur in der Front und dem ikonischen Schild, welches jeder Mitsubishi hat. Sondern auch an der Unterbodenkarosserie. Die Sensoren sollen etwa messen, ob die Fahrbahn eben ist wie in der Stadt oder holprig und steinig wie im Gelände und über eine Torque-Vectoring-Steuerung Anpassungen des Drehmoments an den Hinterrädern vornehmen. Diese Daten werden gespeichert und ausgewertet, entsprechend bietet das Auto beim Angeben der Route einen bestimmten Fahrstil an. Die elektrischen Bremssättel werden über Lufteinlässe unterhalb der Scheinwerfer gekühlt und das Heck verläuft zu einem Hexagon zusammen – eine schöne Reminiszenz an die Offroad-Legende Mitsubishi Pajero, der diesen hexagonalen Heckabschluss für sein Reserverad brauchte. SUVs gehören schon immer zur DNA von Mitsubishi, und es ist faszinierend zu sehen, wie hier die Evo-Rallye-Charakteristik mit den breiten Schultern eines SUV-Coupés verschmolzen werden.

Autor: Benjamin Kratsch