In der kommenden fünften Saison könnte Virgin Racing mit Antriebssträngen von Audi fahren. Die Ingolstädter wären die zweiten Hersteller nach Renault, die ein Kundenteam mit Formel-E-Antrieben beliefern.

Der britische Formel-E-Rennstall Virgin Racing wird sich wohl mit dem Ende der aktuellen Saison vom langjährigen Partner DS Performance verabschieden. Seit Monaten brodelt die Gerüchteküche: Die Franzosen sollen ihre Elektroantriebe künftig exklusiv an Techeetah liefern. Da vor einigen Monaten die Herstellerlizenz von Virgin zu DS überging, würde Virgin ohne Antrieb dastehen. Weil Audi einen der besten Antriebe in der vierten Saison entwickeln konnte, wäre die Kollaboration zwischen Virgin und Audi durchaus nachvollziehbar. Wie der neue Antriebsstrang in etwa aussehen wird, läßt sich bereits erahnen. In einem Video auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Rennserie werden immer wieder Bilder des neuen SRT_05e eingeblendet.

Die offizielle Vorstellung des Autos findet jedoch erst im Rahmen des Genfer Autosalons Anfang März statt. Somit kann bisher nur spekuliert werden, zumal mit jeder Veränderung auch finanzielle Hürden gemeistert werden wollen. Pro Saison und Auto müsste Virgin 817.300 Euro an Audi bezahlen – sicher keine Peanuts, selbst für den milliardenschweren Virgin Chef Richard Branson.

Richard Branson: „Formel 1 wird heute in zehn Jahren von Formel E überholt“

Mit einem geschätzten Vermögen von fünf Milliarden US-Dollar führt ihn ‚Forbes‘ auf Rang 324 der wohlhabendsten Menschen der Welt. Wer es so weit gebracht hat, muss gewisse Stärken mitbringen. Im Interview mit der ‚South China Morning Post‘ gesteht der Geschäftsmann, dass Rennfahren jedoch nicht dazu zählt: „Ich habe selbst einmal an einem Rennen in Silverstone teilgenommen und lag sehr weit hinter dem Feld zurück. Ich habe gehofft, dass die Zuschauer denken, ich läge in Führung, aber ich glaube nicht, dass das funktioniert hat.“ Glücklicherweise übernehmen für das DS Virgin Racing Team die beiden Briten Alex Lynn und Sam Bird diesen Job.

Nachdem Branson als Sponsor von Brawn GP in die Formel 1 eingestiegen war, hat sich der Brite mit dem Team DS Virgin Racing jetzt voll und ganz der Formel-E verschireben. „Die Serie wächst sehr schnell, und jede Saison hält neue Überraschungen bereit. Ich bin bereit vorherzusagen, dass – sollte die Formel 1 so weitermachen wie bisher – sie heute in zehn Jahren von der Formel-E überholt werden wird. Und das sollte sie auch, denn die Welt muss von sauberen Fahrzeugen angetrieben werden. Wir müssen uns alle von schmutzigen Autos  abwenden, und die Formel E kann uns dabei den Weg weisen“, so Branson.

Formel-E als Klima-Gallionsfigur

Die Rennserie weiß um ihr positives Image und tut viel, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Dafür nutzt die Serie unter anderem YouTube.

Branson ist davon überzeugt, dass die Formel-E eine ideale Plattform ist, um den state oft he art zu präsentieren und dabei der Welt zu zeigen, dass Elektroautos nicht langsam und langweilig sind. Gleichzeitig sei man in der Lage sowohl Rennfans als auch Regierungen zu motivieren, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.