Borgward Isabella 2018: Eine Legende aus der Vergangenheit will Aston Martin und Porsche angreifen.

Sinnliche Formen, sehr weiches, feminines Design und ein lautloser Elektromotor treffen beim Borgward Isabella 2018 auf futuristische Technologie wie Hologram-Armaturen, wie wir sie sonst nur aus Star Wars kennen. Das nennen wir mal eine Wiedergeburt. Mit chinesischem Technologie-Know-how und deutscher Handwerkskunst wollen die Bremer 57 Jahre nach der legendären Isabella wieder voll angreifen. Der erste Schachzug war noch ganz klassisch: ein SUV im Stil des Porsche Cayenne mit dem BXi7. Der Zweite ist spannender für uns: Das Design mit den Linien eines Aston Martin Vanquish aus Deutschland, aber mit klaren Anleihen an die erste Isabella und 300 PS bei 450 Newtonmetern für 500 km rein elektrische Reichweite, die die Isabella zum Budget-Sportler zum guten Preis machen dürften.

Borgward Isabella 2018 im Überblick:

E-Leistung: Borgward EPropulsion-Motor mit 300 PS, 250 km/h Spitze, von auf 0 auf 100 in 4,5 Sekunden. Also eher gemächlich und signifikant weniger spritzig als etwa Teslas Model S P100D. Stimmt der Preis, könnte das hier ein interessanter Budget-Sportler werden.

Maße: Länge: 5m, Breite: 1,92m; Höhe: 1,40m.

Premium-Features: Lack mit Farbverlauf, Salon-Türen, die durch Streifen über die Isabella-Linie am Auto öffnen, holographisch anmutendes Armaturen-Display, bei dem sich die Menüpunkte beliebig anordnen lassen.

Preis: Noch geheim.

Verfügbarkeit: Aktuell noch Showcar, was sich nach Eröffnung der Bremer Werke 2019 ändern dürfte.

Reminiszenzen? Ja, aber nur funktionell

„Der Grill ist die Vergangenheit. Jetzt leben wir in der elektrischen Zukunft“

Warming ist kein Freund von Retro-Design, er möchte nicht zurückschauen, sondern nach vorne. Deshalb wird das Logo jetzt sehr viel stärker herausgearbeitet. Statt es mit dem Grill verschmelzen zu lassen, laufen die Linien der Motorhaube direkt auf das Borgward-Emblem zu, welches mit seinem Rhombus stark heraussticht. Entwickelt hat man zudem einen sehr außergewöhnlichen Lack: Man nutzt diesen Rhombus in Form tausender kleiner Grafikelemente, die einen dynamischen Übergang schaffen zwischen Metallic-Marineblau und einem dunkleren Ton, der vor allem die LED-Augen umspielt und sich ebenfalls wie eine Welle unter der Tür durchzieht. Das Lieblingswort von Borgwards Designchef ist nicht umsonst „Flow“, was für Fluss steht.

Ein Hologramm-Display statt Spracheingabe?

Alexa und Google Home sind auf dem Vormarsch, viele Autohersteller arbeiten fieberhaft an einer Integration dieser Sprachassistenten, weil sie größtenteils genauer arbeiten als das was selbst die Großen entwickeln können. Borgward hat jedoch einen besonderen Zugang: Während das Designcenter in Stuttgart steht, baut man gerade auf 140.000 Quadratmetern eine große Fertigungshalle in Bremen. Von LG kommt die Batterie, Borgward China entwickelt die wohl exotischste Komponente dieses ohnehin außergewöhnlichen Elektro-Sportlers: das Hologram-Display, The Scarf genannt. Viele Informationen gibt es dazu nicht, Borgward arbeitet allerdings mit zwei in sich verschränkten Mittelkonsolen, die namensgebend wie ein Schal ineinander verwoben sind. Die Idee dahinter: Der Beifahrer kann etwa Temperatur und Musiksender selbst wählen, dem Fahrer stehen mehr Optionen offen, die Menüpunkte lassen sich zum Beispiel beliebig anordnen. Es handelt sich natürlich nicht um richtige Hologramme, wie sie diese aus Star Wars kennen, sondern eher eine Spiegeltechnik in Kombination mit Projektoren, wie sie chinesische Firmen schon länger entwickeln und auf Technologieshows wie der CES ausstellen. Holographische Technologie ist bereits so weit, dass wir damit Michael Jackson virtuell auferstehen lassen können für die große Bühne im Madison Square Garden. Warum also nicht im Auto nutzen? Die Isabella 2018 ist aktuell noch ein Showcar für Messen, aber sobald 2019 die Bremer Werke stehen, dürfte sich das ändern.

Autor: Benjamin Kratsch