Maskulin bis in die Spitzen, mit aggressiven LED-Augen, extra breitem Grill und einer völlig neuen Formsprache präsentiert sich der BMW i Vision Dynamics, der bereits als i5 gehandelt wird.

Ist ja nur ein Konzeptfahrzeug könnte man meinen. Doch bei BMW geben die Vision-Modelle in der Regel einen guten Ausblick auf eine neue Designgeneration. So wie der i8, der in Mission Impossible: Phantom Protocol eingeführt wurde und fast genauso auf den Markt gekommen ist.

Fließende Dachlinie, kurze Überhänge, langer Radstand: Vom Prinzip basiert der BMW i Vision Dynamics auf einem klassischen 5er-BMW und ist doch so ganz anders als die sonst so bodenständigen Münchner: Bei dem Gran Coupé geht die Frontscheibe nahtlos in die Motorhaube über und fällt sehr scharf ab, Luftrillen wie im Motorsport üblich zieren die Front. Alles befindet sich im Fluss, nichts unterbricht. Während die meisten Hersteller die B-Säule rauswerfen wollen, zieht man hier das Glas einfach über das komplette Auto – dadurch wirkt es sportlicher und edler, man muss aber nicht auf den Sicherheitsaspekt der Säule verzichten. Laut BMW werden wir in Zukunft sehr viel mehr Autos erleben, die Fahrer und Beifahrer auf eine Ebene hieven. Der i Vision Dynamics wird BMWs großer, wenn auch später Start in die lukrative Welt der Self-Driving-Cars. Nicht mehr nur Funktionalität, sondern Raumgefühl werden dann im Vordergrund stehen, schließlich kann sich auch der Fahrer entspannen, das Auto übernimmt den Job. Wie auch bei Mercedes S-Klasse sowie Audis A8 sollen die Level 3 bis 5 schrittweise freigeschaltet werden.

 

Tradition trifft Zukunft: klassischer BMW-Blick, futuristische Doppelniere

Besonders spannend für BMW-Fans: Der klassische BMW-Blick bleibt, auch in diesem futuristischen Konzept. Je zwei freistehende LED-Leuchtelemente pro Seite kombinieren sich zum üblichen Vieraugengesicht der Münchner. Die größte Herausforderung für Chefdesigner Adrian van Hooydonk: BMW-Kunden lieben die Marke, man kann sich nicht zu brutal von der DNA verabschieden. Die wird vor allem auch durch Doppelniere und Kühlergrill definiert, der bei einem rein elektrischen Fahrzeug wie dem Dynamics aber eigentlich nicht mehr gebraucht würde. Elektromotoren sind so klein, Sie könnten einen unter den Arm nehmen und nennenswerte Abwärme wird auch nicht produziert, sie müssen also nicht vom Fahrtwind gekühlt werden. Entsprechend hat man sich entschieden, die Doppelniere neu zu denken: Sie ist immer noch vorhanden, allerdings nicht als Rahmen für den Grill, sondern ein blau leuchtendes Designelement, das wie ein Wappen auf dem Auto thront und das BMW-Emblem hervorhebt. Die eigentliche Front ist sehr viel länger gezogen, dahinter verbirgt sich die neue Sensorik der BMW-Group: Multiple Lasersensoren sollen etwa Fußgänger am Straßenrand erfassen, ihre Bewegung tracken und frühzeitig erkennen, wenn ein Kind auf die Straße rennt oder Teenager mit iPod im Ohr den Verkehr ignorieren.

Das Ende des Carbon-Chassis dank E-Antrieb auf 48 Volt

Etwas schluchzen werden i8-Fahrer, die ihr Carbon-Chassis liebgewonnen haben. Ursprünglich hatte BMW sich dafür extra bei den Carbon-Spezialisten SGL eingekauft, die neue i-Reihe wird jetzt darauf verzichten, da E-Motoren ohnehin extrem leicht sind und die Autos massiv Gewicht sparen. Carbon ist die teuerste Chassis-Art, der i8 kostet in der Grundausstattung 134.000 Euro, mit dem i5 wird man sicherlich eher in der Preisliga dezent oberhalb des klassischen 5er arbeiten wollen. Der i8 hat als Hybrid nur 35 Kilometer rein elektrische Reichweite, der i5 Vision soll 600 Kilometer anbieten, geladen wird im 48-Volt-Verfahren. Leider hat BMW noch nichts zur Motorisierung verraten, die Konzernstrategie ist aber klar: zwölf voll elektrische, 13 Plug-in-Hybrid-Modelle sollen bis 2025 das BMW-Portfolio bereichern.

Autor: Benjamin Kratsch

LMT Group
Driven by