Erinnern Sie sich noch daran, wie der BMW i8 Roadster enthüllt wurde? Nein, nicht gerade erst auf der L.A. Auto Show. 2011 in Mission Impossible: Ghost Protocol. Voll elektrisch fährt er in Mumbai vor einem 5-Sterne-Hotel vor, Tom Cruise sitzt am Steuer, Paula Patton zieht sich neben ihm um. Definierte Muskeln hinten, ein Greenhouse wie ein Kampfjet, durchgezogenes Touch-Display auf der inneren Frontscheibe. Wie viel ist davon in der Serienversion übrig geblieben? In Los Angeles hat Think-E im neuen BMW i8 2018 Roadster Probe gesessen.

 

Eine gute und eine schlechte Nachricht: Die Schlechte zuerst – der BMW i8 2018 Roadster ist nicht die Vision aus Mission Impossible. Die Frontscheibe als riesiger Touchscreen, damit man dort direkt Karten in groß anzeigen und ihn bei Bedarf zum Mitfahrer weiterschieben kann? Wohl noch immer eine Idee aus der Zukunft. 8 Zoll müssen reichen, nicht mal der Curved-Screen aus dem Vision-Modell der CES 2016 mit 21 Zoll hat es in die Serienversion geschafft. Ein voll elektrischer Antrieb für einen Supersportler? Tesla macht es vor, BMW verlässt sich lieber auf seinen Plugin-Hybrid-Antrieb. An der Vorderachse zieht der Elektromotor mit 105 kw, also 143 PS. Die Hauptarbeit verrichtet aber ein klassischer BMW-TwinPower-Turbo 1,5 Liter-3-Zylinder-Benziner mit 231 PS. Von auf 0 auf 100 in 4.6 Sekunden: Seinen explosiven Antrieb erbt der Roadster vom großen Bruder, dem ersten i8. Etwas mehr revolutionäres Denken hätten wir uns aber schon gewünscht, schließlich schafft der Tesla Roadster laut ersten Fahrberichten nach Elon Musks Show von 0 auf 100 in rund 1,9 Sekunden – voll elektrisch.

 

Das Design: stilsicher, futuristisch, sportlicher als der i8

 

Der BMW i8 2018 Roadster ist ohne Frage ein wunderschönes Auto: Die Doppelniere macht ihn unverkennbar zum BMW, aber der Rest ist neu und aufregend: Das Streamflow-Design erinnert an Ferrari, weil das Karbon links und rechts wie zu einer Art Flügel zusammenfließt und so das Heck umspannt, in dem bei gutem Wetter das Faltdach verschwindet. Das ist gut für die Aerodynamik, sieht aber vor allem wahnsinnig sexy aus. Der BMW i8 ist ein sehr spannendes Auto, wirkte aber zu maskulin und fast schon bullig. Der i8 Roadster hat eine schöne Leichtigkeit, die von seinen feinen Linien verstärkt wird. Die Accaro-Sportsitze passen gut zum Äußeren und unterstreichen den Supersportler-Anspruch, vom Interieur hätten wir uns hingegen mehr erhofft. Es ist sehr clean, sehr unauffällig und auch wenn die durchgehenden orangen Rennstreifen im Leder umspannten Cockpit gefallen, sind die Instrumente ähnlich spartanisch gehalten wie beim BMW i8. Erster Eindruck: Ein wunderschöner Roadster, aber für einen Einstiegspreis von 155.000 Euro hätten wir uns mehr Hightech-Ideen und Luxus im Interieur gewünscht.

Autor: Benjamin Kratsch