BMW hat in Leipzig eine neuartige Speicherfarm in Betrieb genommen. Strom aus Windkraft wird in ausgedienten BMW i3 Batterien gespeichert und steht für die Automobilherstellung zur Verfügung. 

Herbstwind eignet sich nicht nur zum Drachen steigen lassen. Die Stürme dieser Wochen treiben auch eine Reihe neuer Windräder an. Einige von ihnen gehören zu einer neuen Anlage, die BMW in Betrieb genommen hat – und die zeigt, dass man die Akkus aus den Elektroautos auch sinnvoll weiter nutzen kann. 700 vernetzten BMW i3 Batterien speichern den Strom aus dem Wind, das Werk Leipzig nutzt die Energiereserve zur Fertigung.

„Im Sinne der Nachhaltigkeit präsentieren wir heute ein Konzept zur Zweitverwendung von BMW i3 Hochvoltspeichern. Denn mit unserer Strategie NUMBER ONE > NEXT denken wir weit über das reine Automobil hinaus und treiben den Wandel unserer Branche mit völlig neuen Ansätzen und Geschäftsmodellen voran“, sagte Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich erinnerte sich an das Richtfest zur Eröffnung des Presswerks zu Beginn seiner Amtszeit, den Start der BMW i3 Produktion 2013 und fügte hinzu, dass zum Ende seiner Amtszeit BMW mit der Batteriefarm wieder ein neues Kapitel in seiner an Innovationen reichen Geschichte aufschlage.

Windstrom im Hochvoltspeicher

In der Leipziger Batteriefarm speichern bis zu 700 gebrauchte BMW i3 Batteriespeicher den Strom. Aktuell sind 500 neue und gebrauchte Hochvoltspeicher integriert, denn heute – vier Jahre nach der Markteinführung des BMW i3 – sind die meisten Speicher noch in den Fahrzeugen unterwegs. „Die Kapazität der 700 Hochvoltspeicher entspricht einer elektrischen Reichweite von 100.000 km im BMW i3. Aufgrund des skalierbaren Ansatzes ist die Farm in Bezug auf die Anzahl der Speicher erweiterbar. Darüber hinaus ist sie bereits heute kompatibel mit zukünftigen Speichergenerationen und damit zukunftssicher“, betont Joachim Kolling, Leiter Energy Services bei der BMW Group. „Damit beweisen wir erneut, dass der Nachhaltigkeitsgedanke bei BMW i weit über das Fahrzeug hinaus reicht“.

Mit den Windrädern auf dem Werksgelände verknüpft BMW die dezentrale Eigenerzeugung aus erneuerbaren Energien mit einem lokalen Energiespeicher sowie einem industriellen Großverbraucher – dem eigenen Werk in Leipzig. Die Speicherfarm ist zudem in das öffentliche Stromnetz eingebunden, was auch die weitergehende Vermarktung ermöglicht. Damit trägt der Energiespeicher auch zur Stabilität der öffentlichen Stromnetze bei.

So kann die Speicherfarm zum Beispiel in Zeiten eines Überangebots an Strom aus erneuerbaren Energien das Stromnetz durch die Aufnahme von Strom entlasten. In Zeiten eines zu geringen Stromangebots im Netz kann der Speicher wiederum Strom beisteuern.