Von wegen, Studenten lieben das faule Leben und die Theorie: Derzeit beweisen 115 Uni-Teams aus 24 Ländern bei der Formula Student Germany (FSG) das Gegenteil. Sie treten am Hockenheimring mit ihren selbst konstruierten Rennwagen in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. In diesem Jahr wartet mit der dritten Wettbewerbsklasse eine neue Herausforderung auf sie: In der Formula Student Driverless (FSD) soll das Fahrzeug allein fahren können.

Schon zum 12. Mal findet die FSG statt und der Ansturm ist ungebrochen. Viele Studententeams hofften bis zuletzt, mit ihren selbstgebauten Rennboliden noch von der Warteliste auf einen Startplatz zu rutschen. In der Kategorie mit Verbrennungsmotoren gehen in diesem Jahr 65 Teams junger Konstrukteure an den Start, bei den elektrisch angetriebenen Fahrzeugen sind es 35.

Fahrerlos für die Zukunft

Immerhin 15 Teams aus angehenden Ingenieuren wagen sich in der neuen Klasse der selbstfahrenden Autos auf die Strecke. „Es ist uns wichtig, den Nachwuchs für die zukünftigen Aufgaben in der Automobilbranche zu qualifizieren“ sagt der FSG-Vorsitzende Tim Hannig mit Blick auf die neue Wettbewerbskategorie. Die Gruppe „Driverless“, die einen eigenen Parcours auf dem bekannten Formel-1-Gelände erhält, darf Vorjahreswagen umrüsten.

E-Antrieb im Trend

Aber auch das Interesse an der Formula Student Electric (FSE) ist groß, noch nie zuvor gab es so viele Anmeldungen für diese Kategorie. Seit 2010 wird die FSE in Deutschland ausgetragen. Damit wird den Hochschulteams die Aufgabe gestellt, innovative Lösungen in diesem neuen Bereich des Antriebs zu finden. Den Studierenden soll ein Anreiz geschaffen werden, sich für die Bewältigung der Aufgaben im Bereich E-Mobilität bestens auszubilden und vorzubereiten.

Innovations- und Jobbörse

Wer letztlich in den drei Wettbewerben zum Sieger-Team gekürt wird, entscheidet sich in insgesamt acht Disziplinen. Eine Expertenjury aus der aus Wirtschaft und Industrie bewertet die Leistungen der Nachwuchskonstrukteure. Dabei zählen neben den Punkten aus den Rennen natürlich die Konstruktion, aber auch das Kostenkonzept und die Präsentation des Unikats. Wichtig sind auch Beschleunigung, Fahrdynamik und nicht zuletzt der Kraftstoff- oder Energieverbrauch. Ein Jahr Zeit bleibt den Studenten, ihren Prototypen anzufertigen.

Aber die FSG soll nicht nur der Automobilbranche als Ideenbringer nützlich sein – für die fleißigen Studenten ist es nebenbei auch eine Art Jobbörse, bei der sie vielleicht auf einen ihrer späteren Arbeitgeber treffen können. Schließlich sind viele namhafte Unternehmen wie Bosch, BMW, MAN, Porsche, Siemens oder Audi an dem internationalen Konstruktionswettbewerb engagiert.