Das Elektroauto ist wie ein 30-Jähriger, der immer noch bei seinen Eltern wohnt: Ohne Geldspritze geht nichts. Die Stromer sollten sich eigentlich ohne surreale Schadstoff-Panik durchsetzen. Aber auch Diesel-Besitzer müssen Abstriche machen. Ein Kommentar.

Nur mal kurz die Welt retten? Das können wir Deutschen besonders gut. Migrationskrise? Schaffen wir! Euro-Rettung? Kriegen wir hin! Klimaerwärmung auf exakt plus zwei Grad begrenzen? Hey, kein Problem! Lasst uns mal machen, am besten im Alleingang. Dabei benimmt sich Deutschland manchmal wie ein Geisterfahrer, der im Radio die Meldung hört „Achtung, auf der A3 kommt Ihnen ein Fahrzeug entgegen“ und dabei empört ruft: „Einer? Hunderte!“ Auf dem Weg von Dunkel-Deutschland zum Gutmenschen-Nirwana ist uns irgendwie das gesunde Mittelmaß abhandengekommen. Wir müssen nicht nur immer allen zeigen, was wir können, sondern auch, dass wir es besser können. Selbst wenn wir dabei gegen die Wand rennen. Die Lust an der Selbstzerstörung Mit einer beispiellosen Lust an der Selbstzerstörung wrackt Deutschland gerade seine Autoindustrie ab. Die trägt daran natürlich selbst eine Mitschuld durch die beispiellose Arroganz, mit der etwa das Lügen und Betrügen im Diesel-Skandal geschah . Und mit der jahrelang Fantasie-Werte beim Verbrauch gestreut wurden. Wie hochnotpeinlich, dass der Diesel-Skandal durch US-Behörden aufgeklärt werden muss, weil die deutschen Behörden es nicht hinkriegen! Und dass jetzt Autobesitzern, die ein zweifelhaftes Update verweigern, die Zulassung entzogen werden darf – auf eigene Kosten, wohlgemerkt – als handle es sich um einen gefährlichen Bremsen-Defekt. Die Autoindustrie ist aber auch in eine selbst gestellte Falle getappt, und das schon vor vielen Jahren. Das „grüne“ Auto ist eine Illusion, egal welcher Motor unter der Haube sitzt. Audi, VW, BMW und Co. hätten niemals versprechen dürfen, was sie nicht halten können (und damit sind nicht die Grenzwerte beim Diesel gemeint, denn die kann man einhalten, wenn man nur will). Aber Mobilität an sich ist nun einmal oberhalb des Fahrrads nicht Schadstoff-neutral zu bekommen. Egal ob Auto, Flugzeug, Schiff oder Eisenbahn. Da nützt es auch nichts, sich Joschka Fischer für einen Werbespot zu holen, wie das BMW mal tat.

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