Aus Energie wird innogy – und aus Europa wohl Amerika. So könnte man die aktuelle Entwicklung im Bereich der Ladetechnologie kurz zusammenfassen. Doch beginnen wir am Anfang. Vor einem guten Vierteljahr war bekannt geworden, dass der US amerikanische Konzern ChargePoint nach Europa expandieren möchte.

Was für die Nutzer der Ladesäulen in Europa und Deutschland eine gute Nachricht ist, war für die Betreiber ein kleiner Schock. E.ON, RWE und Konsorten teilen sich den Markt in Deutschland auf – und lassen es angesichts ihres Monopols mit dem Ausbau auch recht gemütlich angehen.

Das Quartett will ein Ladenetz in Deutschland installieren, das Bundesverkehrsministerium hat 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt – da lässt es sich doch geruhsam überlegen, welcher Schritt als nächstes kommen könnte. ChargePoint hingegen, der nach eigenen Angaben das größte Ladestationen-Netzwerk der Welt betreibt, schafft nun agil und dynamisch Fakten, ehe die deutschen Konzerne den Ernst der Lage überhaupt erkannt haben.

Doch nun meldet sich die europäische Konkurrenz mit einem Gegenangriff zu Wort. „Die RWE-Tochter innogy will die Europa-Expansion von US-Konkurrent ChargePoint offenbar nicht unbeantwortet lassen – und greift nun ihrerseits mit einer eigenen Tochtergesellschaft in den USA an. Die innogy e-Mobility US LLC wird ihren Sitz in Los Angeles haben“, meldet das Fachportal electrive.net.

Die innogy e-Mobility US LLC plant die Produktion und Vermarktung von Ladeinfratsruktur in den USA. Nun kann Konkurrenz das Geschäft ja durchaus beleben und den nach wie vor zögerlichen Ausbau der Ladeinfratstruktur vorantreiben. Etwas bedauerlich wäre es jedoch, wenn die Vertreitung der Ladetechnik in den USA schneller voranschreiten würde als in Deutschland.