Während der große Erfolg deutscher Elektroautos auf sich warten lasst, zieht ein kleiner Stromer aus Japan mit bis zu 145 km/h ungebremst an der Konkurrenz vorbei. Das erfolgreichste Elektroauto der Welt, der Nissan Leaf, bringt es mittlerweile auf 275.000 verkaufte Modelle und einen Marktanteil von über 30 Prozent  – und lässt damit sogar die ewig nörgelnden Elektroauto-Kritiker verstummen. Was macht den kleinen Flitzer so beliebt, dass sogar Papst Franziskus einen davon fährt?

Der Nissan Leaf punktet mit einer aktuellen Reichweite von bis zu 250 Kilometern, was ihn bei einem Preis ab 28.960 Euro zum Preis-/Leistungstipp der unteren Mittelklasse der Elektroautos macht. Nissan selbst hat in einer Studie herausgefunden, dass 80 Prozent aller Autofahrten unter 100 Kilometer bleiben – somit eignet sich der kleine Stromer ideal als Zweit- oder Stadtwagen. Laden lässt sich der Stromer sowohl zu Hause an der regulären Steckdose als auch an speziellen Express-Säulen.

Was die Außenmaße angeht, ist der Japaner etwas größer als ein VW Golf, bietet dadurch aber vier Personen inklusive Gepäck ausreichend Platz. In Autotests schneidet der Leaf dank guter Verarbeitung, hohem Fahrkomfort und viel Sicherheit regelmäßig gut ab. Der ADAC lobt zudem das Fahrgefühl, eine gute Dämpfung und die leisen Motorgeräusche selbst mit Höchstgeschwindigkeit von bis zu 145 km/h.

Nissan gilt als einer der Pioniere für Elektroautos und kann daher auf viel Erfahrung zurückgreifen. Der Nissan Leaf darf sich seit seinem Serienstart 2011 regelmäßig als „meistverkauftes Elektroauto der Welt“ rühmen  – bislang konnte ihm diesbezüglich noch kein anderes E-Modell das Wasser reichen. Allerdings holt die Konkurrenz auch in der Kompaktklasse auf, was vor allem an den höheren Reichweiten liegen dürfte. Der Renault Zoe LIFE verspricht hier 400 Kilometer, bei einem Verkaufspreis von knapp 25.000 Euro plus monatliche Batteriemiete. Das macht den kleinen Franzosen derzeit zum Preis-Leistungssieger.

Der Opel Ampera-E will es zum Verkaufsstart im Frühjahr 2017 auf eine Reichweite von bis zu 500 Kilometer bringen – allerdings hat Opel bislang noch keine Informationen zum Verkaufspreis gegeben. Nissan will seine Vorreiterrolle bei den Elektroautos jedoch nicht aufgeben und arbeitet bereits an einem Batterie-Update und einem Facelift. Der neue Leaf verspricht ab 2018 eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern und  – gerüchtehalber – auch autonome Fahrfunktionen.