Elektroautos fahren leise, brauchen kein Benzin und stoßen keine Abgase aus. Was noch vor zehn Jahren wie reine Science Fiction klang, kommt jetzt langsam aber sicher auf den deutschen Straßen an. Doch wie verbreitet sind Elektroautos hierzulande? Und wie sieht der typische Halter eines Elektrofahrzeugs aus? Die wichtigsten Zahlen und Fakten.

Elektrofahrzeuge in Deutschland

Am 1. Januar 2015 waren laut Kraftfahrtbundesamt 18.948 Elektro-Pkw angemeldet. Dies entspricht einem Anteil von etwa 0,042 Prozent am gesamten Pkw-Bestand, der bei etwa 45 Millionen liegt. Im Jahr 2015 wurden bis Ende Oktober immerhin weitere 10.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, so dass von derzeit rund 30.000 Elektrofahrzeugen auf deutschen Straßen ausgegangen werden kann.

Die Bundesregierung plant, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge an den Mann und an die Frau zu bringen. Das ist durchaus ehrgeizig, denn dafür müssten die Bundesbürger innerhalb der nächsten vier Jahre 997.000 E-Autos kaufen. Bislang tut sich die Politik allerdings schwer, sich auf ein entsprechendes Förderprogramm zu einigen.

Vorbild Norwegen

In keinem anderen Land – gemessen an der Bevölkerungszahl – sind Elektroautos so erfolgreich wie in Norwegen. Über 60.000 Autos fahren dort bereits elektrisch, bei einer Einwohnerzahl von gerade einmal knapp über fünf Millionen. Im Februar 2015 waren 21 Prozent aller Neuwagen bei den europäischen Nachbarn im Norden Elektroautos. Der Grund für die hohe Akzeptanz liegt in einer beispiellosen Förderung. Wer in Norwegen ein neues Auto kauft, zahlt einmalig die sogenannte Registrierungssteuer. Dabei ist die Höhe abhängig vom Gewicht des Wagens und vom CO2-Ausstoß. Im Schnitt fallen hier etwa 100.000 Norwegische Kronen an, das entspricht rund 11.000 Euro. Beim Kauf eines Elektroautos entfällt die Registrierungssteuer komplett. Zusätzlich erlässt der Staat die Mehrwertsteuer in Höhe von 25 Prozent. Damit ist ein Elektroauto in Norwegen deutlich günstiger als ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor.

Wer fährt ein Elektroauto?

Das Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im Jahr 2014 eine Studie über Besitzer von Elektroautos in Deutschland und deren Nutzerverhalten durchgeführt. Das Ergebnis: Der durchschnittliche Käufer eines Elektroautos ist männlich, über 51 Jahre alt, gut gebildet und verfügt über ein höheres Einkommen. Nur etwa 22 Prozent der Käufer leben in größeren Städten, der Rest in kleineren Städten und auf dem Land. 80 Prozent der Befragten nutzen das Elektroauto als Zweitwagen.

Dabei wurde meist das Zweitauto durch einen Stromer ersetzt. Die E-Autos legen laut Studie jeden Werktag etwa 43 Kilometer zurück, das entspricht einem Jahresdurchschnitt von 10.300 Kilometern. Zum Vergleich: Verbrennungsautos legen im Jahr durchschnittlich 15.400 Kilometer zurück. Vor allem bei längeren Fahrten, Ausflügen und im Urlaub greifen die meisten Halter eines Elektrofahrzeugs auf das Verbrennungsauto zurück.

Als Gründe für den Kauf eines E-Autos gaben die Befragten günstigere Energiekosten pro Kilometer und den Fahrspaß am Elektroantrieb an. Aber auch das Interesse an innovativer Fahrzeugtechnologie und die Reduzierung der Umweltbelastung seien Gründe für den Kauf eines E-Autos gewesen, so lautet ein weiteres Fazit der DLR-Studie.

Ein Großteil der Befragten lädt ihr Fahrzeug täglich am Wohnort auf. Etwa 36 Prozent laden das Elektroauto auch am Arbeitsplatz. Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum spielen laut der Befragten kaum eine Rolle. 84 Prozent der Halter würden die Nutzung eines Elektroautos weiterempfehlen. Die Mehrheit der gewerblichen Nutzer plant den Kauf weiterer Elektrofahrzeuge.

Das meistverkaufte Elektroauto

Das weltweit meistverkaufte Elektroauto ist übrigens der Nissan Leaf. Seit der Markteinführung im Jahr 2010 konnten die Japaner mehr als 180.000 Fahrzeuge absetzen, das ist Zehnfache der Menge, die in Deutschland insgesamt auf den Straßen unterwegs ist.

2016 spendiert Nissan seinem Top-Seller eine größere Batterie mit höhere Reichweite, der Flitzer soll damit 250 Kilometer mit einer Batterieladung schaffen – ein Zuwachs von 26 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell.